[11.12.14] Die Debatte um „Armutsmigration“ in Zeiten der Krise in Europa.

Referent: Sebastian Friedrich
Raum: Von-Melle-Park 5 (WiWi-Bunker) Hörsaal A
Donnerstag, 11. Dezember 2014, 18:30 Uhr

Seit dem 1. Januar 2014 gilt in der EU die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit auch für Bürger_innen der EU-Staaten Rumänien und Bulgarien. Das geht der CSU zu weit und fordert “Wer betrügt, der fliegt”. Die Kampagne reiht sich ein in Entwicklungen des Einwanderungsdiskurs und europäischer Migrations- und Armutspolitiken, die sich vor dem Hintergrund aktueller Krisendynamiken vollziehen. Chiffren dieser Debatten sind „kluge Köpfe“ sowie „Wirtschafts-“ und „Armutsmigranten“. In Bezug auf aktuelle Diskussionen um „Armutsmigration“ ist es wichtig, die dominanten Zuschreibungs- und Repräsentationspraxen in den Blick zu nehmen, weil dadurch bestehende Ungleichheiten plausibilisiert werden. Eine Kritik, die sich darauf beschränkt, läuft allerdings Gefahr, der Reichweite des Rassismus als sozialem Herrschaftsverhältnis nicht
gerecht zu werden, denn es drohen Klassenverhältnisse und aktuelle Prozesse autoritärer Migrations- und Armutspolitiken aus dem Blick zu
geraten.