[18.02.2014] Vom Nationalismus der Mitte zum Bürger-Mob

Gerade mit den Fußball-Ereignissen der letzten Jahre hat sich durchgesetzt, dass die Mitte sich selbstverständlich positiv auf ihre Nation bezieht. Ausgehend von zwei Arbeitsdefinitionen des Nationalismusbegriffs wollen wir in Frage stellen, ob der Kern nationaler Identität wirklich gemeinsame Sprache, Geschichte, Kultur und Territorium ist. Wir sind der Ansicht, dass die die meisten dieser Merkmale Mythen sind, die im Nachhinein konstruiert wurden, um die Nation mit einem überzeugenden Fundament zu versehen, und dass diese ständig aktualisiert werden müssen, damit der gesellschaftliche Zusammenhang nicht seinen eigenen Zerfallstendenzen zum Opfer fällt. In der Veranstaltung soll dargestellt werden, wie besagte Mythen im Kontext der historischen Entwicklung des Nationalstaats entstanden sind und wie sie heute aufrechterhalten werden. Darüber hinaus geht es darum, welche Diskurse seit 1990 einen Nationalismus der Mitte befördern und wie der aktuell rassistische Diskurs um Asylunterkünfte in Deutschland daran anknüpft. Die Analyse nationaler Mythen und Diskurse erlaubt es, Nationalist_innen als das zu kritisieren, was sie sind: „ideologische Banditen“ (Elie Kedourie).